Wingcopter: 18 Millionen Euro für Drohnen Start-up

Wingcopter in der Luft

Das hessische Start-up Wingcopter hat eine Finanzspritze von 18 Millionen Euro erhalten. Damit soll das junge Unternehmen mit der Massenproduktion von Drohnen beginnen können. Die Wingcopter-Drohnen gelten als die schnellsten der Welt und sollen unter anderem bei der Verteilung des Corona-Impfstoffes in abgelegenen bzw. schwer erreichbaren Regionen helfen.

Start-up fordert Amazon & Co. heraus

Wingcopter ist erst vor drei Jahren von den Studenten Tom Plümmer und Jonathan Hesselbart gegründet worden. Die Studenten der TU Darmstadt haben sich das Ziel gesetzt, leistungsstarke Drohnen für den humanitären Einsatz zu produzieren. Nun hat das Unternehmen eine Finanzspritze von rund 18 Millionen Euro bekommen.

Zu den Geldgebern gehören unter anderen Xplorer Capital aus dem amerikanischen Silicon Valley, das Land Hessen und der hessischen Wachstumsfonds Futury. Plümmer hat als Ziel die Marktführerschaft im Bereich zivil genutzter Drohnen ausgegeben. Damit tritt er in direkte Konkurrenz zu Konzernen wie Amazon, welches ebenfalls ein ambitioniertes Drohnen-Projekt unterhält, um Pakete in Zukunft per Drohne auszuliefern.

Derzeit weltweit schnellste Drohne

Die Wingcopter-Drohne hat mit den bekannten Spielzeug-Drohnen nicht viel gemein. Die aktuelle Version kommt auf eine Tragflächenspannweite von 178 Zentimetern und kann Lasten von bis zu sechs Kilogramm transportieren. Die Reichweite beträgt 120 Kilometer, die Flughöhe bis zu 5.000 Meter. Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 240 Stundenkilometern handelt es sich um die schnellste Drohne dieser Art weltweit.

Die Drohne ist als Senkrechtstarter konzipiert. Sie verfügt über drehbare Propeller-Triebwerke, mit denen sie senkrecht in die Luft steigen kann. Im Flug lassen sich die Triebwerke drehen, sodass das Gerät wie ein Propellerflugzeug fliegt. Angetrieben wird der Wingcopter rein elektrisch. Die Steuerung ist auch auf langen Strecken ohne Sichtkontakt möglich.

Eingesetzt werden sollen die Drohnen nur im zivilen bzw. humanitären Bereich. Dazu zählt beispielsweise der Transport von Medikamenten in schlecht erreichbare Regionen. In Südostasien läuft derweil ein Projekt zur Lieferung von Impfstoffen gegen das Corona-Virus.

Mehrere tausend Drohnen pro Jahr geplant

Derzeit produziert Wingcopter lediglich mehrere Drohnen pro Woche, im oberen Stockwerk des Innovationszentrums bei Merck. Mit dem frischen Kapital sollen die Produktionskapazitäten massiv ausgebaut werden. So zieht das Unternehmen jetzt in eine 6.500 Quadratmeter große Fabrik, in der der E-Bike-Hersteller Riese-Müller bis dahin seine Elektrofahrräder gebaut hatte.

Das Ziel ist es, mehrere tausend Drohnen pro Jahr zu produzieren. An der Nachfrage mangelt es nicht. Mit der neuen Fabrik schafft Wingcopter auch diverse neue Arbeitsplätze in Hessen. Aktuell arbeiten etwas über 100 Menschen für das Start-up. Bis Ende des Jahres sollen es mindestens 130 Angestellte sein.

Bild: https://wingcopter.com/