Sunrise Grossaktionär freenet verhindert UPC Übernahme

Die Ablehnung der UPC Schweiz GmbH-Übernahme deutete sich bereits am 01.10.2019 mit der Pressemeldung von freenet AG ab. Morgen Mittwoch hätte die ausserordentliche Generalversammlung

Quelle: freenet AG, Firmensitz Büdelsdorf

(ausserordentliche Hauptversammlung) der Aktionäre der Sunrise Communications AG mit dem Traktandum „Übernahme von UPC” stattfinden solle. In Anbetracht der Opposition von freenet wurde diese jedoch buchstäblich in letzter Minute abgesagt.

Grossaktionär Freenet hält 24,5 Prozent an Sunrise und hat das Sagen

Die Gesellschaft begründet die Ablehnung des Kaufes von UPC unter anderem mit folgenden Argumenten:

  1. “Die Anpassung der Zielkapitalstruktur berücksichtigt nur oberflächlich die von freenet genannten Forderungen sowie die grundlegenden strategischen Herausforderungen hinsichtlich der Transaktion. In ihrer Gesamtheit führt die Transaktion nach wie vor zu einem Wertverlust für alle bestehenden Sunrise Aktionäre. freenet erachtet die strategischen Beweggründe der Transaktion als grundlegend unzureichend…”Fazit: freenet befürchtet, dass eine Übernahme von UPC sowohl zur einer Substanz-, als auch zu einer Rentabilitäts-Verwässerung von Sunrise führen würde
  2. “…ungünstige Transaktionsbedingungen, wie dem überhöhten Kaufpreis für eine zukünftig nicht mehr wettbewerbsfähige Technologie, der unzureichenden Aufteilung der Risiken und der Wertschöpfungspotentiale zwischen Sunrise, Liberty Global und UPC-Anleihegläubigern: freenet begrüßt, dass Sunrise die angestrebte Kapitalstruktur überprüft hat und einen höheren Verschuldungsgrad in Betracht zieht…”Fazit: freenet erachtet a) den UPC-Kaufpreis von CHF 6,3 Mrd. (EUR 5,63 Mrd.) als zu hoch, b) eine mögliche Übernahme von Unternehmungsteilen mit Risikopotentialen würde die Rentabilität von Sunrise als solche schmälern. Einen höheren Verschuldungsgrad von Sunrise würde freenet natürlich – im aktuellen Nullprozent Zinsumfeld – akzeptieren

Daneben stellte sich der Telekom-Anbieter Fragen nach den strategischen Beweggründen der Transaktion für eine Übernahme, der Allokation der Synergien, der Transaktionsstruktur und der Struktur der Finanzschulden.

Weitere Texte:  NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima September 2019

Sunrise zwischen Hammer und Amboss

Heute kündigte Sunrise mit einer dünnen Pressemeldung die Annullierung der angekündigten ausserordentlichen Generalversammlung der Aktionäre an. Das Unternehmen weist jedoch darauf hin, dass der Aktienkaufvertrag (Share Purchase Agreement) einen „Long-Stop“-Datum per 27. Februar 2020 habe und in Kraft bleibe, bis eine Partei ihn kündige. Somit sind Sunrise die Hände gebunden, sieht doch eine Kündigung dieses Vertrages vor Ablauf der Laufzeit eine Konventionalstrafe von CHF 50 Mio. (EUR 44,6 Mio.).

Die finanziellen Herausforderungen zur der flächendeckenden Verbreitung von 5G wird zu einer weiteren Konzentration kapitalkräftiger Anbieter führen. Denn die immensen Investitionen in die Zukunft des Telekom-Sektors können nur global tätige Anbieter stemmen. UPC dürfte deshalb weiter als Braut im Blickfeld institutioneller Anleger bleiben. Denn die hochpreisige schweizerische Telekom-Insel verspricht – anders im tarif-regulierten EU-Markt – “geschützte” Rendite-Opportunitäten.

(Zitierung Pressemeldung freenet AG vom 01.10.2019, bzw. Sunrise Communications AG vom 22.10.2019 soweit angegeben), Radovan Milanovic

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