PKV Beitragserhöhungen 2021: Debeka mit 17,6 Prozent Erhöhung

Die Beiträge zur privaten Krankenversicherung steigen für das Jahr 2021 teilweise drastisch. So steigen die Beiträge des PKV-Marktführers Debeka im Schnitt um etwa 17,6 Prozent. Das Wissenschaftliche Institut der PKV (WIP) geht branchenweit von einer durchschnittlichen Beitragserhöhung von 8,1 Prozent aus. Begründet werden die Erhöhungen mit stetig steigenden Gesundheitskosten und der langanhaltenden Niedrigzinsphase.

Die Beitragserhöhung ist überraschend stark

Versichertenkarte KrankenversicherungDer Schnitt von 8,1 Prozent kommt für viele Versicherte in der PKV plötzlich. Besonders betroffen sind die Kunden der Debeka, welche die Beiträge für bestimmte Tarife um noch mehr als 17,6 Prozent erhöht. Tatsächlich liegt das Problem aber am System.

Die privaten Krankenversicherer dürfen die Beiträge erhöhen, wenn die realen Ausgaben die errechneten Ausgaben um zehn Prozent überschreiten. Dieser Schwellenwert wird jedoch nicht in jedem Jahr überschritten, sodass keine außerordentlichen Beitragserhöhungen beschlossen werden dürfen. Irgendwann ist dieser Wert aber erreicht und die Beiträge steigen schlagartig an. Die neuen Beiträge sollen nämlich auch die Verluste der vergangenen Jahre ohne Beitragserhöhung ausgleichen, was sich natürlich direkt auf die Beiträge auswirkt.

Der WIP hat errechnet, dass die Beitragserhöhungen nur so intensiv wahrgenommen werden, weil die Beiträge nicht jährlich angepasst werden, wie es bei der GKV der Fall ist. Betrachtet man die Beitragsentwicklung der letzten zehn Jahre, so zeigt sich, dass die Beiträge zur PKV im Schnitt um 2,3 Prozent gestiegen sind. In der GKV beläuft sich dieser Wert auf 3,8 Prozent. Aufgrund der stetigen Erhöhungen fällt das den Versicherten jedoch kaum auf.

Niedrigzinsen führen zu massiven Beitragserhöhungen

Die Beiträge zur PKV bestehen aus zwei Teilen. Ein Teil sind die durchschnittlichen Gesundheitskosten der Versicherten in der jeweiligen Alters- und Risikogruppe. Diese Kosten steigen mit dem Alter immer stärker an.

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Der andere Teil ist ein Beitrag für die Altersrückstellung. Der Versicherte zahlt mehr, als er eigentlich müsste, um diese Rückstellung anzusparen. Diese wird dann verwendet, um die Beiträge im Alter, wenn die Gesundheitskosten immer schneller steigen, bezahlbar zu halten.

Das Geld wird langfristig gewinnbringend angelegt. Die Debeka rechnete im Jahr 2017 mit einer Rendite von 3,2 Prozent. Derzeit ist es aufgrund des niedrigen Zinssatzes nicht mehr möglich, die Ziele zu erreichen. Aktuell geht die Debeka von einer Prognose von 2,3 Prozent Rendite aus. Um weiterhin genug Geld für die Rücklage zu erwirtschaften, muss mehr Geld angelegt werden. Das geschieht durch die Erhöhung der Beiträge.

Was können Betroffene tun?

Verbraucher, die von hohen Beitragserhöhungen der privaten Krankenversicherung betroffen sind, können z.B. nach einem anderen günstigeren Tarif bei eigenen Anbieter oder aber bei einem anderen privaten Krankenversicher suchen. Kunden, die innerhalb der PKV wechseln, behalten alle Vorteile der PKV wie z.B. Altersrückstellungen.

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