Novartis in Q3 2019: Nettoumsatz +13 Prozent, Kerngewinnmarge 24,1 Prozent des Umsatzes

Wie auch der Pharmakonzern Roche, präsentierte Novartis ausgezeichnete Ergebnisse für Q3 2019:

  • Der Nettoumsatz der fortzuführenden Geschäftsbereiche  steigt aufgrund folgender Beiträge um 13% (kWk, +10% USD):

    • Cosentyx erzielt einen Umsatz von USD 937 Millionen (+27% kWk) bei starker Nachfrage in allen Indikationen und Regionen
    • Entresto verzeichnet einen Umsatz von USD 430 Millionen (+61% kWk) dank höherer Nachfrage in der stationären wie auch ambulanten Behandlung
    • Zolgensma erzielt einen Umsatz von USD 160 Millionen nach erfolgreicher Einführung mit breitem Zugang
    • Der Umsatz von Lutathera steigt auf USD 119 Millionen, wobei der Gesamtumsatz von AAA USD 177 Millionen beträgt
    • Piqray erzielt einen Umsatz von USD 43 Millionen nach einem erfolgreichen Start in den USA
    • Der Umsatz von Sandoz steigt um 5% (kWk, +3% USD), angetrieben vor allem von den Biopharmazeutika
  • Das operative Kernergebnis wächst um 18% (kWk, +15% USD); die Kerngewinnmarge von Innovative Medicines verbessert sich vor allem dank Umsatzdynamik und Produktivität auf 34,1% des Umsatzes, während gleichzeitig Investitionen in die Wachstumssteigerung finanziert werden
  • Der Reingewinn aus fortzuführenden Geschäftsbereichen wächst um 12% (kWk, +8% USD) auf USD 2,0 Milliarden
  • Der Free Cashflow steigt um 26% auf USD 4,0 Milliarden und stützt sich vor allem auf den höheren Geldfluss aus operativer Tätigkeit
  • Bedeutende Meilensteine der Innovation:

    • Beovu (Brolucizumab) wird im Oktober zur Behandlung neovaskulärer (feuchter) altersbedingter Makuladegeneration in den USA eingeführt und differenziert sich durch eine stärkere Flüssigkeitsreduktion und das Potenzial für weniger Injektionen
    • Ofatumumab zur Behandlung schubförmig verlaufender multipler Sklerose zeigt im Rahmen zweier zulassungsrelevanter Phase-III-Studien bei allen wichtigen klinischen Endpunkten eine überzeugende Wirksamkeit; ab dem vierten Quartal sollen Zulassungsanträge fortlaufend eingereicht werden
    • Cosentyx erreicht die primären Endpunkte bei nicht röntgenologisch nachweisbarer axialer Spondyloarthritis (nr-axSpA) nach 16 und 52 Wochen (Studie PREVENT); EU-Zulassungs­antrag eingereicht, US-Zulassungsantrag im vierten Quartal geplant
    • Kisqali zeigt bei postmenopausalen Frauen einen Gesamtüberlebensvorteil (Studie MONALEESA-3) und ist damit der einzige CDK4/6-Inhibitor, der in zwei Studien bei Frauen sowohl vor als auch nach der Menopause einen Gesamtüberlebensvorteil demonstriert hat
    • Daten zu Entresto aus der Studie PARAGON belegen einen klinisch relevanten Vorteil bei Subpopulationen von Patienten mit Herzinsuffizienz bei erhaltener Ejektionsfraktion (HFpEF); Aufnahme der Daten in die Fachinformation soll im 4. Quartal bei der FDA beantragt werden
  • Anhebung der Prognose 2019 für das neu fokussierte Arzneimittelunternehmen – Umsatzwachstum im hohen einstelligen Prozentbereich (kWk) sowie Steigerung des operativen Kernergebnisses im mittleren bis hohen Zehnprozentbereich (kWk) erwartet

Fortzuführende Geschäftsbereiche des Novartis Konzerns im dritten Quartal

Quelle: Novartis, Hauptsitz mit Tower

Der Nettoumsatz belief sich im dritten Quartal auf USD 12,2 Milliarden (+10%, +13% kWk). Dies war Volumensteigerungen von 16 Prozentpunkten (kWk) zu verdanken, zu denen vor allem Cosentyx, Entresto, Zolgensma und die Übernahme von Xiidra beitrugen. Die starken Volumensteigerungen wurden durch Einbussen infolge von Preissenkungen (–2 Prozentpunkte, kWk) und Generikakonkurrenz (–1 Prozentpunkt, kWk) teilweise absorbiert.

Das operative Ergebnis erreichte USD 2,4 Milliarden (+5%, +9% kWk). Es profitierte vor allem von der Steigerung des Umsatzes und der Produktivität, teilweise aufgehoben durch Investitionen zur Wachstumssteigerung, geringere Desinvestitionen und höhere Abschreibungen.

Der Reingewinn belief sich auf USD 2,0 Milliarden (+8%, +12% kWk), was auf ein höheres operatives Ergebnis und einen höheren Ertrag aus assoziierten Gesellschaften zurückzuführen war. Der Gewinn pro Aktie belief sich auf USD 0,90 (+11%, +14% kWk) und wuchs aufgrund der geringeren gewichteten durchschnittlichen Anzahl ausstehender Aktien schneller als der Reingewinn.

Das operative Kernergebnis erreichte USD 3,7 Milliarden (+15%, +18% kWk). Es profitierte vor allem von den höheren Umsätzen und den Programmen zur Produktivitätssteigerung, die durch Investitionen zur Wachstumssteigerung teilweise absorbiert wurden. Die operative Kerngewinnmarge stieg um 1,2 Prozentpunkte (+1,4 Prozentpunkte, kWk) auf 30,8% des Nettoumsatzes.

Der Kernreingewinn wuchs aufgrund der Verbesserung des operativen Kernergebnisses auf USD 3,2 Milliarden (+14%, +17% kWk). Der Kerngewinn pro Aktie betrug USD 1,41 (+16%, +19% kWk) und wuchs aufgrund der geringeren gewichteten durchschnittlichen Anzahl ausstehender Aktien schneller als der Kernreingewinn.

Der Free Cashflow aus fortzuführenden Geschäftsbereichen lag bei USD 4,0 Milliarden (+26% USD) gegenüber USD 3,2 Milliarden im Vorjahr. Grund für die Erhöhung war vor allem der höhere Nettogeldfluss aus operativer Tätigkeit.

Die Division Innovative Medicines erzielte im dritten Quartal einen Nettoumsatz von USD 9,7 Milliarden (+13%, +15% kWk). Die Geschäftseinheit Pharmaceuticals wuchs um 15% (kWk). Sie profitierte von der anhaltenden Dynamik bei Cosentyx und Entresto sowie vom ersten vollständigen Quartalsumsatz von Zolgensma und Xiidra. Die Geschäftseinheit Oncology legte um 14% (kWk) zu. Dazu trug vor allem die anhaltende Dynamik bei Promacta/Revolade, Tafinlar Mekinist und Kisqali bei – wie auch die Neu­einführung von Produkten wie Lutathera, Kymriah und Piqray. Volumensteigerungen steuerten 17 Prozentpunkte zum Umsatzwachstum bei. Generikakonkurrenz hatte einen negativen Effekt von 1 Prozentpunkt. Die Nettopreisentwicklung hatte ebenfalls einen negativen Effekt von 1 Prozentpunkt.

Der Nettoumsatz der Division Sandoz belief sich auf USD 2,5 Milliarden (+3%, +5% kWk). Dabei wurden Volumensteigerungen von 9 Prozentpunkten (kWk) durch einen Preisverfall von 4 Prozentpunkten (kWk) teilweise absorbiert. Unter Ausschluss der USA stieg der Nettoumsatz um 7% (kWk) und wurde von den Biopharmazeutika in Europa angetrieben. In den USA lag der Umsatz weitgehend auf Vorjahresniveau, da der anhaltende branchenweite Preisdruck durch Ersteinführungen im Einzelhandel nahezu kompensiert wurde.

Novartis geht weiterhin davon aus, dass die bereits bekannt gegebene Veräusserung des Portfolios der oral verabreichten festen Darreichungsformen und des Dermatologiegeschäfts von Sandoz in den USA in den kommenden Monaten abgeschlossen wird, sofern die notwendige Behördenbewilligung erteilt wird. Novartis setzt sich nach wie vor uneingeschränkt für diesen Geschäftsbereich ein, bis dessen Veräusserung an Aurobindo abgeschlossen ist. Die Ergebnisse dieses Geschäftsbereichs werden unter den fortzuführenden Geschäftsbereichen ausgewiesen.

Gesamtkonzern – drittes Quartal

Auf der Ebene des gesamten Konzerns belief sich der Reingewinn auf USD 2,0 Milliarden, gegenüber USD 1,6 Milliarden im Vorjahr. Der unverwässerte Gewinn pro Aktie stieg von USD 0,70 im Vorjahr auf USD 0,90. Der Geldfluss aus operativer Tätigkeit des Gesamtkonzerns belief sich auf USD 4,6 Milliarden, der Free Cashflow auf USD 4,0 Milliarden.

Gesamtkonzern – erste neun Monate

Auf der Ebene des gesamten Konzerns belief sich der Reingewinn auf USD 10,6 Milliarden, gegenüber USD 11,4 Milliarden im Vorjahr. Der unverwässerte Gewinn pro Aktie ging von USD 4,92 auf USD 4,62 zurück. Der Geldfluss aus operativer Tätigkeit des Gesamtkonzerns belief sich auf USD 10,1 Milliarden, der Free Cashflow auf USD 9,4 Milliarden.

Kapitalstruktur und Nettoschulden

Eine gute Ausgewogenheit zwischen Investitionen in die Geschäftsentwicklung, einer starken Kapitalausstattung und attraktiven Aktionärsrenditen bleibt vorrangig.

Im dritten Quartal 2019 wurde der Aktienrückkauf von bis zu USD 5 Milliarden abgeschlossen, wobei seit der Bekanntgabe im Juni 2018 insgesamt 55,8 Millionen Aktien für USD 5,0 Milliarden zurückgekauft wurden.

In den ersten neun Monaten 2019 kaufte Novartis insgesamt 60,3 Millionen Aktien für USD 5,4 Milliarden über die zweite Handelslinie an der SIX Swiss Exchange zurück. Dazu zählten 46,5 Millionen Aktien (USD 4,2 Milliarden), die im Rahmen des Aktienrückkaufprogramms von bis zu USD 5 Milliarden zurückgekauft wurden, sowie 13,8 Millionen Aktien (USD 1,1 Milliarden) zur Minderung des durch Mit­arbeiterbeteiligungsprogramme verursachten Verwässerungseffekts. Ausserdem wurden 1,7 Millionen Aktien (USD 0,2 Milliarden) von Mitarbeitenden zurückgekauft. Im selben Zeitraum wurden 15,4 Millionen Aktien (Eigenkapitalwert USD 0,9 Milliarden) als Folge ausgeübter Optionen und physischer Lieferungen von Aktien im Zusammenhang mit Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen ausgeliefert. Die Gesamtzahl ausstehender Aktien ging dadurch gegenüber dem 31. Dezember 2018 um 46,6 Millionen zurück. Diese Transaktionen mit eigenen Aktien führten zu einem Rückgang des Eigenkapitals um USD 4,6 Milliarden und einem Nettogeldabfluss von USD 5,3 Milliarden.

Die Nettoverschuldung stieg gegenüber dem 31. Dezember 2018 um USD 3,2 Milliarden auf USD 19,4 Milliarden per 30. September 2019. Zurückzuführen war diese Zunahme vor allem auf die Dividendenausschüttung von USD 6,6 Milliarden, den Nettogeldabfluss von USD 5,3 Milliarden für Transaktionen mit eigenen Aktien sowie M&A-Transaktionen von USD 3,8 Milliarden (vor allem die Übernahme von Xiidra), die durch den Free Cashflow von USD 9,4 Milliarden aus den fortzuführenden Geschäftsbereichen in den ersten neun Monaten 2019 sowie den Nettogeldzufluss von USD 2,9 Milliarden im Zusammenhang mit der Abspaltung von Alcon teilweise kompensiert wurden.

Das langfristige Kreditrating des Unternehmens betrug per Ende des dritten Quartals 2019 A1 bei Moody’s Investors Service sowie AA- bei S&P Global Ratings.

Ausblick 2019

Vorbehaltlich unvorhersehbarer Ereignisse

Prognose für neu fokussiertes Arzneimittelunternehmen

Unter Ausschluss von Alcon sowie des Portfolios oral verabreichter fester Darreichungsformen und des Dermatologiegeschäfts von Sandoz in den USA 2018 und 2019

  • Nettoumsatz-Prognose angehoben: Wachstum im hohen einstelligen Prozentbereich (kWk)
  • Auf Ebene der Divisionen wird 2019 folgende Entwicklung der Nettoumsätze (kWk) erwartet:
    • Prognose für Innovative Medicines angehoben: Wachstum im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Prozentbereich
    • Prognose für Sandoz angehoben: Wachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich
  • Prognose für das operative Kernergebnis angehoben: Wachstum im mittleren bis hohen Zehnprozentbereich (kWk)

Die oben genannten Prognosen basieren auf der Annahme, dass 2019 in den USA keine Generika von Gilenya auf den Markt kommen.

Einfluss von Wechselkursen

Sollten sich die Wechselkurse im restlichen Jahresverlauf auf dem Durchschnittsniveau von Mitte Oktober halten, rechnet Novartis im Jahr 2019 mit einem negativen Effekt von 3 Prozentpunkten auf den Nettoumsatz bzw. 5 Prozentpunkten auf das operative Kernergebnis. Der geschätzte Wechselkurseffekt auf die Ergebnisse wird monatlich auf der Website von Novartis veröffentlicht.

Der aktuelle, detaillierte Bericht über die Finanzergebnisse von Novartis ist hier downloadbar.

(Novartis)

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