Nachhaltigkeit zu fairen Renditen investieren, die DB stellt sich den Herausforderungen

Die Deutsche Bank will ihren Kunden Anlageprodukte bieten, die nach

Nachhaltig zu fairen Renditen investieren, die DB stellt sich den Herausforderungen
Quelle: pixabay.com, Creator: johnhain

Umwelt- und sozialen Kriterien sowie Aspekten guter Unternehmensführung (im Englischen „Environment, Social and Governance“ oder kurz „ESG“) ausgewählt werden, ohne dabei Renditeeinbußen hinnehmen zu müssen, sagte Christiana Riley anlässlich der im vierten Jahr stattfindenden ESG-Konferenz der Deutschen Bank am 19. September in New York.

Die designierte Vorständin, die das Geschäft der Bank in Nord- und Südamerika verantwortet, fasste in ihrer Eröffnungsrede vor knapp 150 Vordenkern den Ansatz der Bank unter dem Stichwort „Adding purpose to performance“ zusammen, im Deutschen etwa „Verantwortungsbewusstes und sinnvolles Investieren“ – oder wie WM es sagt: Rendite mit neuer Qualität.

„Zwar sind diese Prinzipien in den USA noch weniger ausgereift. In Europa hingegen steht die Deutsche Bank in einer langen europäischen Tradition und kann viel zum Thema beitragen“, so Riley.

Dies tut sie auf zweierlei Weise: „Zunächst nutzen wir die ESG-Faktoren, um Risiken zu verstehen und zu reduzieren. Dann analysieren wir die ESG-Faktoren, um neue Geschäftschancen zu entdecken, Investitionen zu bewerten und für unsere Kunden Transparenz hinsichtlich ihrer Anlagen herzustellen“, sagte Riley.

Die Themen auf der diesjährigen Tagesordnung sollen ESG-Investoren einen besseren Einblick in die Anlagen ermöglichen und zeigen, wie ESG-Aspekte in zukunftsorientierte Portfolio-Entscheidungen einfließen. Auch Themen wie das sogenannte Impact Investing, also wirkungsorientierte Anlagen, und nachhaltige Finanzierungen wurden behandelt.

Eine Diskussion zwischen zwei Visionären zum Thema wirkungsorientierte Anlagen, Liesel Pritzker Simmons, Mitgründerin und Leiterin der Blue Haven Initiative, und Jim Sorenson, Gründer der Sorenson Impact Foundation, machte deutlich, wie sie ESG-Strategien umsetzen, welche Ansätze sie für die Entscheidungsfindung wählen und anhand welcher Kriterien sie ihren Erfolg messen. Auf die Frage, welchen Rat sie Anlegern in diesem Segment geben würden, waren sich beide einig, dass der beste Ansatz sei, einfach Erfahrungen mit wirkungsorientierten Anlagen zu sammeln und das Thema voranzutreiben.


Margenstarke Kreislaufwirtschaft

Ron Gonen, Mitgründer und Chef von Closed Loop Partners, sprach zu Umweltschutzthemen und prognostizierte, dass die regenerative, auf Recycling-Prinzipien basierende Kreislaufwirtschaft bis 2030 ein Volumen von 4,5 Billionen US-Dollar erreicht haben wird. In seiner Präsentation unter dem Titel „Widening Margins by Closing the Loop“ – auf Deutsch etwa „Durch geschlossene Kreisläufe höhere Margen erzielen“ – erläuterte Gonen, wie in einer Kreislaufwirtschaft die Kosten sinken, die Effizienz steigt und die Umwelt geschützt wird. Dem Konzept liegen innovative Ideen unter anderem zum Produktdesign und wiederverwendeten Materialen sowie wirtschaftliche Mechanismen wie die Steuerung von Rohstoffrisiken und die Verbraucherpräferenzen zugrunde.

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Zum Themenbereich Soziales stellten die Teilnehmer innovative Geschäftsmodelle vor, die der Gesellschaft von Morgen dienen und zu Wachstum verhelfen sollen. Clara Brenner, geschäftsführende Gesellschafterin beim Urban Innovation Fund, hielt ein Impulsreferat zu „Investing in the Future of Cities“, also dem Investieren in die Zukunft der Großstädte. Sie zeigte auf, wie Investitionen in Start-ups, die sich mit den Herausforderungen der Urbanisierung wie Verkehrsproblemen und Wohnungsnot beschäftigen, nachhaltige Rendite erwirtschaften kann. Nach Brenners Empfehlungen sollten sich die Anleger auf Investitionen fokussieren, die auf Kritik von Seiten der Aufsichtsbehörden und der Politik stoßen, sowie auf unterschätze Anlagen zum Beispiel in der Wasserwirtschaft und dem Arbeitsmarkt sowie in geographische und demographische Diversität.

Indem die Sinnhaftigkeit einer Investition in den Mittelpunkt gestellt wird, legt die gute Unternehmensführung den Schwerpunkt darauf, wie ein Unternehmen arbeitet, und nutzt dies als Indikator für langfristige Profitabilität. In seinem Impulsreferat „Taking the Long-Term View“ präsentierte Brian Tomlinson, von der strategischen Anlegerinitiative CECP die Investitionsvorteile von Unternehmen, die über die kurzfristige Berichterstattung hinaus langfristig orientiert sind. Da auch die Anleger langfristige Ziele im Blick haben, fordert Tomlinson von den Unternehmen, ihre Berichterstattung auf diese Ziele auszurichten und mehr über ESG-Faktoren zu veröffentlichen, einschließlich der Unternehmensführung, des Humankapitals, der Risiken und Chancen sowie der Sinnhaftigkeit von Investitionen.

ESG-Anlagen bieten großes Potenzial für die Zukunft der Bank

Christiana Riley war am 22. September anwesend, als sich die Deutsche Bank zu den Grundsätzen für ein verantwortungsbewusstes Bankgeschäft (Principles for Responsible Banking) der Vereinten Nationen bekannte. Die Grundsätze stammen von der Finanzinitiative des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP FI) und sind das Rahmenwerk für ein nachhaltiges Bankensystem der Zukunft.

Mit den Grundsätzen soll der Bankensektor maßgeblich dazu beitragen, die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (SDGs) und des Pariser Klimaabkommens zu erreichen. Die Prinzipien wurden während der Generalversammlung der Vereinten Nationen offiziell unterzeichnet und eingeführt.

Deutsche Bank Research stellte kürzlich eine neue Studie vor, die die Bedeutung der ESG-Faktoren stärker ins Bewusstsein rückt und gleichzeitig die Wahl entsprechender Anlageprodukte erleichtert. In der ersten Publikation einer neuen, eigens auf die Kunden der neu formierten Unternehmensbank zugeschnittenen Reihe widerlegt die Deutschen Bank die Vorstellung, dass Anlagen unter Umweltschutzkriterien schlecht für die Investoren seien.

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