Muss Facebook Instagram & WhatsApp verkaufen?

Mann schreibt etwas auf

Die US-Handelsaufsicht FTC verklagt Facebook wegen wettbewerbswidrigen Verhaltens. Konkret geht es um den Kauf von Instagram und WhatsApp. Der Vorwurf lautet Wettbewerbsbehinderung. Facebook soll durch rechtswidrige Übernahmen einen zu großen Wettbewerbsvorteil bekommen haben. Im Zweifel muss Facebook WhatsApp und Instagram wieder verkaufen.

Facebook missbraucht seine Vormachtstellung

Mann schreibt etwas auf

Quelle: pixabay.com, Creator: Free-Photos

Die Federal Trade Commission (FTC) wirft dem sozialen Netzwerk Facebook vor, seine Marktmacht missbraucht zu haben. In den USA hat Facebook im Bereich sozialer Netzwerke eine Monopolstellung. Problematisch daran ist laut FTC, dass dieses Monopol nicht durch eigene Leistung zustande gekommen ist.

Anstatt die Stellung durch einen fairen Wettbewerb zu erreichen, hat Facebook mögliche Konkurrenten schlichtweg aufgekauft. Darunter der mobile Messenger-Dienst WhatsApp sowie Instagram, ein großes soziales Netzwerk mit Fokus auf Bilder und Fotos. Mehrere Quellen berichten, dass genau das die Strategie war. Die FTC zitiert aus einer Email Mark Zuckerbergs: „Es sei besser zu kaufen als zu konkurrieren.“

Besonders heikel war die Übernahme von WhatsApp. Weltweit gibt es zahlreiche Messaging-Dienste, doch WhatsApp hat sich auf der ganzen Welt durchsetzen können. Die Angst, WhatsApp könnte mit einem eigenen sozialen Netzwerk mit Fokus auf die mobile Nutzung zu einer direkten Konkurrenz für Facebook werden, war enorm groß. Intern hatte man sich darauf geeinigt, dass die Gefahr so groß sei, dass Geld keine Rolle spielen sollte. 2014 übernahm Facebook den Messenger für stolze 19 Milliarden Dollar.

Zweiter Anklagepunkt: Zu viele Einschränkungen

Dass Facebook sich immer weiter einigelt, ist der FTC ein weiterer Dorn im Auge. Dies bezieht sich auf die Programmierschnittstellen (API). Darüber konnten unter anderem App-Entwickler direkt auf Funktionen und Daten der Facebook Platform zugreifen und diese nutzen. Anfangs schloss man nur Entwickler aus, wenn diese die API für mögliche Konkurrenten verwendeten.

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Später durften Apps sogar keine Konkurrenten mehr verlinken. Dann wurde der Einbau von Funktionen verboten, welche denen von Facebook auch nur ähnlich waren und die Dienste, die Daten von Facebook haben wollten, mussten im Gegenzug ihre eigenen Daten offenlegen. Damit hat Facebook im Grunde ein Wettbewerbs-Verbot geschaffen, welches Ende 2018 aufgehoben wurde, als ein britischer Abgeordneter damit drohte, Dokumente, welche dieses Geschäftsgebaren belegen, zu veröffentlichen.

Sollten die Gerichte entscheiden, dass die FTC im Recht ist, wird Facebook Instagram und WhatsApp wieder verkaufen müssen. Dies würde zugleich den Verlust des Marktmonopols bedeuten. Besonders schmerzen würde der Verkauf von WhatsApp, denn auf die Daten des Messengers muss der Riese dann wohl verzichten.