Lufthansa Quartalszahlen: 3 Milliarden Minus in Q3 und 350 Mio Verlust monatlich

Die Lufthansa hat die Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt und sie sehen alles andere als gut aus. Der Einbruch in der Corona-Krise wie auch die Stilllegung zahlreicher Flugzeuge hat der Lufthansa einen Milliardenverlust eingebracht. Der MDAX-Konzern hat im dritten Quartal ein Minus von knapp 2 Milliarden Euro eingefahren.

Die Verluste sind höher als erwartet

Airbus A380 der LufthansaDie Stilllegung zahlreicher Flugzeuge wie auch die Corona-Krise haben der Fluglinie stark gebeutelt. Von Juli bis September machte der Konzern einen Verlust von knapp 2 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum konnte der MDAX-Konzern ein Plus von 1,15 Milliarden Euro verzeichnen. Vor allem durch die Reisebeschränkungen brach der Umsatz um ganze 74 Prozent ein.

Somit wächst der Fehlbetrag im gesamten Jahr auf 5,6 Milliarden Euro. Dabei erhielt das Unternehmen Finanzhilfen in Höhe von 9 Milliarden Euro, die aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Belgien kamen und den Konzern vor einer Insolvenz bewahrten.

Lufthansa Chef Carsten Spohr fordert nun Lockerungen der staatlichen Reisebeschränkungen. „Die Menschen haben weltweit eine große Sehnsucht, bald wieder zu reisen“ erklärte er. Damit der Gesundheitsschutz gewährleistet ist, wäre es wichtig flächendeckende Schnelltests einzusetzen. So könnte auch die Reisefreiheit gelockert werden.

Konzern bot nur ein Fünftel der Flüge des Vorjahres an

Lufthansa mit ihren Töchtern Eurowings, Austrian und Brussels Airlines bot im Sommerquartal nur ein Fünftel der Flüge, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum an. Insbesondere in den Sommermonaten haben die Airlines ein Aufkommen von 8,9 Millionen Fluggästen. Durch die Reisebeschränkungen brachen nicht nur zahlreiche Flüge wen, auch die Maschinen waren oft nur halb besetzt.

Lufthansa schließt fast die gesamte Konzernzentrale

Damit Geld gespart werden kann, schließt Lufthansa im Winter fast die komplette Konzernzentrale. Auch viele andere Büros werden geschlossen. Somit kann der Abfluss von Barmitteln auf monatlich 350 Millionen Euro gesenkt werden. Zu Beginn der Krise lag dieser Betrag bei einer halben Milliarde Euro.

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Gleichzeitig fällt rund jede fünfte Stelle weg. Dies bedeutet, dass rund 27.000 Mitarbeiter entlassen werden müssen. Ende September zählte der Konzern noch 124.534 Beschäftigte. Das sind fast 14.000 Mitarbeiter weniger als vor Jahresfrist.

Auch wenn die Airline hofft, dass sie im nächsten Jahr wieder kostendeckend arbeiten kann, müssen ordentlich Stellen abgebaut werden. Die Verhandlungen der Gewerkschaften führten jedoch bisher nicht zu einem sozialverträglichen Abbau. Lediglich die Flugbegleiter Gewerkschaft UFO konnte einen Krisenpakt mit dem Management der Airline abschließen.

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