Lieferservice-Dienstleister, der Kampf um Marktanteile

Lieferservice-Dienstleister, der Kampf um Marktanteile
Takeaway.com

Zweifelsohne sind Food-Delivery Portale eine feine Sache. Meldet sich der Hunger, folgt immer öfters der Griff zum Handy. Umfangreiche Speisekarten vom Pizza- oder Burger-Service, dem Chinesen, der Lieblingsgaststätte,… Rund 20 Mio. Deutsche bestellen bereits – viele davon regelmässig – ihr Essen bei einem Lieferservice. Hauptsächliche Gründe für die Beanspruchung der Lieferservice- Dienstleistungen sind neben der Bequemlichkeit vermehrt der Zeitmangel. Der Lieferservice-Markt boomt. Während sich lokale Dienstleister auf die Zehen treten, erweitern global tätige Unternehmen ihren Kundenstamm mit dem Aufkauf nationaler Platzhirsche.

Food-Delivery ist eine typisch konjunktur-zyklische Dienstleistung welche bei einem nachgebenden Wirtschaftswachstum oder gar bei einer (befürchteten) Rezession weniger nachgefragt werden wird. Deshalb gilt: Während sich lokale Dienstleister auf die Zehen treten, erweitern global tätige Unternehmen ihren Kundenstamm mit dem Aufkauf nationaler Platzhirsche. Mit diesem Schritt vergrössern sie ihre Marktanteile, was ihnen mittel-, bis langfristig Spielraum gibt, die Preise für ihre Dienstleistungen (nach oben) anzupassen.

Food-Delivery Dienstleister – der Europamarkt scheint bereits aufgeteilt zu sein…

Takeway.com NV mit Sitz in Amsterdam (Umsatz 2018: EUR 240 Mio.) erwarb mit dem Aufkauf des namhaften europäischen Konkurrenten wie Delivery Hero SE (Berlin, Umsatz 2018: EUR 792 Mio.) unter anderem auch die Töchter Foodora GmbH (Berlin), pizza.de, Lieferando.de. Auch im zweiten Semester 2019 ging die Einkaufstour der Holländer weiter: Am 29. Juli 2019 vereinbarten Takeaway.com und Just Eat PLC (London) den Merger. Die neu geschaffene Unternehmung erwirtschaftete 2018 insgesamt einen Umsatz von EUR 7,3 Mrd.

Im ersten Semester 2019 stieg Takeaway.com’s Bruttoertrag im Vergleich zur Vorjahresperiode um 68 Prozent (auf EUR 185 Mio.), in Deutschland gar um 111 Prozent. Das erklärte Ziel des Lieferservice-Portals ist die Marktführerschaft in Kontinentaleuropa und Israel. Mit dem Markteinfluss begann der Konzern die Kommissionen der angeschlossenen Restaurants kontinuierlich, je nach Land zu erhöhen. Die durchschnittlichen Vergütungen lagen im 1. Semester 2017 bei 11,7, ein Jahr später bei 12,3 Prozent. In den ersten sechs Monaten 2019 bereits bei 12,3 Prozent.

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…würde nicht der kapitalkräftige Newcomer UBER Eats in den Markt drängen

UBER Eats, die Tochter des Fahrdienstvermittlers UBER Corp. (San Francisco) strebt gar die globale Expansion an. Auch hinsichtlich der Kommissionen unterscheiden sich die Amerikanern stark von Delivery.com. Diese liegen gar bei 20 bis 25 Prozent. Sie können jedoch auch 30 Prozent betragen, je nach Höhe der Bestellung. Mit der steigenden Anzahl an Kundenaufträgen ein lukratives Geschäft. Den Fahrern selbst bleiben nur „Krümel“ als Kostenbeteiligung ihrer eigenen Fahrkosten. Unter dem Strich bleibt ihnen Stress und eine fast leere Geldbörse. Ein Beispiel: In der Schweiz beträgt das Bruttoeinkommen (Liefergebühr) für den Fahrer flat CHF 4,90 (EUR 4,41).

Text: Radovan Milanovic

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