Inflationsrate 2020 – zum dritten Mal negativ

Dass die Inflationsrate auch im Oktober unter der Nullmarke ist, hat vor allem damit zu tun, dass Sprit und Öl deutlich günstiger sind. Weiterhin wurde die Mehrwertsteuer gesenkt, was ebenfalls die Verbraucher entlastet. Somit ist die Inflationsrate im Oktober zum dritten Mal negativ.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat lagen die Verbraucherpreise um 0,2 Prozent niedriger. Dies teilte das Statistische Bundesamt heute mit. Dabei ist vor allem die Senkung der Mehrwertsteuer der Grund für diese Inflationsrate. Auch im September erreichte die Jahresinflationsrate ein Minus von 0,2 Prozent. Im Juli hingegen lag sie noch bei minus 0,1 Prozent. Allerdings stiegen die Verbraucherpreise gegenüber September um 0,1 Prozent, wie die Statistiker ebenfalls mitteilten.

Energie ist deutlich günstiger

Geldscheine und MünzenVergleicht man den Vorjahreszeitraum, ist die Energie in diesem Jahr deutlich günstiger. Heizöl verzeichnete ein Minus von 37,2 Prozente, Kraftstoffe hingegen verbilligten sich um 10,7 Prozent. Insgesamt hat die Corona-Pandemie nicht nur die Wirtschaft deutlich geschwächt, sondern auch die weltweite Nachfrage nach Rohöl.

Hätten Heizöl und Kraftstoffe nicht ein so solches Minus verzeichnet, läge die Jahresinflation bei plus 0,6 Prozent. Dies liegt vor allem daran, dass die Nahrungsmittel teurer sind. Gegenüber dem Vorjahresmonat verteuerten sich die Lebensmittel um 1,4 Prozent. Insbesondere bei Fleisch und Obst mussten die Konsumenten tiefer in die Tasche greifen. Auch Tabakwaren wurden deutlich teurer und verzeichneten ein Plus von 5,4 Prozent.

Mehrwertsteuersenkung endet im Dezember

Die Regierung hat vom 1. Juli bis 31. Dezember die Mehrwertsteuersätze gesenkt. Damit sollte der Konsum in der Pandemie angekurbelt werden. Allerdings stand den Händlern und Dienstleistern frei, ob diese Senkung an die Kunden weitergegeben wurde. Nach einer Studie des Info-Instituts haben vor allem Supermärkte die Senkung der Mehrwertsteuer fast komplett an die Verbraucher weitergegeben.

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Da ab 1. Januar 2021 aber wieder die regulären Mehrwertsteuersätze gelten sollen, wird nicht ausgeschlossen, dass die Preise dann deutlich stärker steigen. In anderen Ländern konnte dieser Effekt beobachtet werden.

Auch im Euroraum insgesamt sanken die Verbraucherpreise um 0,3 Prozent, wenn man sich den Vorjahresmonat anschaut. Allerdings strebt die EZB (Europäische Zentralbank) mittelfristig eine Teuerungsrate von knapp 2 Prozent an. Somit liegt der Euroraum mit seinen 19 Staaten weit genug von der Nullmarke entfernt.

Der Grund hierfür ist, dass Unternehmen in einer abwartenden Haltung ausharren, wenn die Preise dauerhaft niedrig sind oder sinken. Somit würden Investitionen verschoben werden, in der Hoffnung, dass es vielleicht noch günstiger wird. Eine solche abwartenden Haltung kann die Konjunktur deutlich ausbremsen.

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