Hohe Mieten stellen Hamburger Arbeitgeber vor Probleme bei der Personalsuche

  • Deutliche Mehrheit der Hamburger hält ihre Miete für zu hoch
  • 92 Prozent sind der Meinung, dass sich zukünftig nur noch Gutverdiener das Leben in der Stadt leisten können
  • Knapp drei Viertel glauben, dass dadurch Arbeitgeber Probleme bei der Personalsuche bekommen
  • Rund ein Drittel glaubt, dass Brexit das Thema verschärft
 Hohe Mieten stellen Hamburger Arbeitgeber vor Probleme bei der Personalsuche
Quelle: pixabay.com, Creator: KarstenBergmann

Die Wohnungssituation in den großen Ballungszentren verschärft sich weiter und das gilt natürlich auch für den Raum Hamburg. Welche Auswirkungen diese Entwicklung auf den Arbeitsmarkt hat, zeigt eine Umfrage der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC unter 400 Berufstätigen zwischen 18 und 65 Jahren in der Metropolregion Hamburg.

Grundsätzlich fühlen sich die Menschen in der Hansestadt und dem Umland sehr wohl (95 Prozent): Ganz besonders zufrieden sind die Befragten mit den guten Einkaufsmöglichkeiten (87 Prozent) und den Grünflächen (78 Prozent). Größere Abweichungen zwischen Befragten in der Stadt und im Umland gibt es bei den kulturellen Aktivitäten (87 Prozent versus 62 Prozent) und beim Jobangebot (77 versus 57 Prozent). Große Einigkeit herrscht hingegen, wenn es um die Kosten für das Wohnen geht: In der Stadt wie im Umland sorgt es für Verdruss und rangiert auf den letzten Plätzen, was die Zufriedenheit mit den Kosten und der Verfügbarkeit von Wohnraum betrifft. 61 Prozent der Befragten empfinden ihre Miete als zu hoch – kein Wunder: 92 Prozent geben an, dass die Mieten in den letzten zehn Jahren schneller gestiegen seien als die Gehälter.

Mehrzahl rechnet mit weiter steigenden Mieten

Entwarnung ist nicht wirklich in Sicht, obwohl 32 Prozent (Umland) und 42 Prozent (Stadt Hamburg) mit einer verstärkten Bautätigkeit und einem zunehmenden Wohnraumangebot rechnen. Dennoch erwarten 87 Prozent weiterhin steigende Mieten. Dazu trägt womöglich auch der bevorstehende Brexit bei, der jedem dritten Befragten Sorgen wegen steigender Mietpreise und zunehmender Konkurrenz auf dem Wohnungsmarkt macht, 27 Prozent befürchten eine weitere Gentrifizierung durch die zahlungskräftigen Zuzieher.

Doch auch unabhängig vom Brexit glauben 92 Prozent, dass sich bei einem weiteren Anstieg der Mieten nur noch Gutverdiener das Leben in der Stadt leisten können.

In den Randbezirken ist die Lage nur wenig besser. Und bei weiter entfernten Orten muss in der Regel ein Arbeitsweg von über einer Stunde in Kauf genommen werden, was aber wiederum für 89 Prozent der Befragten nicht akzeptabel ist.

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Wohnungsangebot hat Einfluss auf Wechselbereitschaft beim Job

Aus Arbeitgebersicht ist das ganz schlecht – denn immerhin 38 Prozent der Befragten sind wegen der Arbeit in die Metropolregion gezogen. Ein knappes und teures Wohnungsangebot, aber auch weite Anfahrten, erschweren die Bereitschaft zum arbeitsbedingen Standortwechsel. Und genau sie sind nach den Umfrageergebnissen die entscheidenden Faktoren für oder eben gegen einen Jobwechsel. Das sehen auch die befragten Arbeitnehmer so: 72 Prozent gehen davon aus, dass die angespannte Wohnraumsituation die Stellenbesetzung in den Unternehmen erschwert.

Bisher haben zwar nur wenige aufgrund zu hoher Mieten den Job gewechselt (6 Prozent). 33 Prozent haben aber zumindest schon einmal darüber nachgedacht. Bei den unter 35-Jährigen sind das sogar 43 Prozent.

Schuld an der ganzen Entwicklung ist für mehr als zwei Drittel der Befragten die Politik, die zu spät auf das Problem reagiert hätte. Außerdem habe sich die öffentliche Hand zu wenig um den sozialen Wohnungsbau gekümmert (55 Prozent) und Investoren hätten nur das Luxussegment im Blick (54 Prozent). Entsprechend fordern 91 Prozent Wohnungsbauprogramme für mittlere und kleine Einkommen. Und 82 Prozent sehen in der Verschärfung der Mietpreisbremse eine Möglichkeit, Fachkräfte in der Region zu halten.

Nicht nur auf die Politik warten

Die befragten Arbeitnehmer sehen aber nicht nur die Politik in der Pflicht. Auch Arbeitgeber hätten Möglichkeiten, ihre Mitarbeiter bei der Mietpreisproblematik zu unterstützen. Beispielsweise könnten sie ihren Beschäftigten Betriebswohnungen stellen, die Fahrtkosten zwischen Wohn- und Arbeitsort übernehmen oder bei überdurchschnittlichen Mieten einen Zuschuss gewähren. Auch für Axel Steffen  ist es sinnvoll, wenn Arbeitgeber ihre Mitarbeiter in Sachen Wohnung unterstützen und sich nicht allein auf die Politik zu verlassen.

PwC:

PwC betrachtet es als seine Aufgabe, gesellschaftliches Vertrauen aufzubauen und wichtige Probleme zu lösen. Mehr als 276.000 Mitarbeiter in 157 Ländern tragen hierzu mit hochwertigen, branchenspezifischen Dienstleistungen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuer- und Unternehmensberatung bei.

Die Bezeichnung PwC bezieht sich auf das PwC-Netzwerk und/oder eine oder mehrere der rechtlich selbstständigen Netzwerkgesellschaften. Weitere Details unter  www.pwc.com/structure.

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