Hella: Herausforderndes Marktumfeld beeinträchtigt Umsatz- und Ergebnisentwicklung im ersten Geschäftshalbjahr

  • Umsatz verringert sich währungs- und portfoliobereinigt um 3,2 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro; berichteter Umsatz sinkt aufgrund der Veräußerung der Großhandelsaktivitäten um 6,7 Prozent
  • Bereinigtes operatives Ergebnis reduziert sich auf 257 Millionen Euro; bereinigte EBIT-Marge liegt bei 7,8 Prozent
  • Rückgang der globalen Fahrzeugproduktion wirkt sich auf Automotivegeschäft aus; Aftermarket mit verbesserter Profitabilität; Segment Special Applications durch Schwäche einzelner Kundenmärkte beeinträchtigt
  • Unternehmensausblick für das laufende Geschäftsjahr bestätigt

Vor dem Hintergrund der nachlassenden Konjunktur und des weiterhin anspruchsvollen Branchenumfelds hat der international aufgestellte

Hella: Herausforderndes Marktumfeld beeinträchtigt Umsatz- und Ergebnisentwicklung im ersten Geschäftshalbjahr
HELLA in Lippstadt (Foto: HELLA)

Automobilzulieferer HELLA in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2019/2020 (1. Juni bis 30. November 2019) einen Rückgang von Umsatz und Ergebnis verzeichnet. So reduzierte sich der währungs- und portfoliobereinigte Umsatz des Unternehmens um 3,2 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro (Vorjahr: 3,4 Milliarden Euro). Der berichtete Konzernumsatz verringerte sich nach Verkauf des Großhandelsgeschäftes um 6,7 Prozent.

Das bereinigte operative Ergebnis (bereinigtes EBIT) ist im Halbjahreszeitraum auf 257 Millionen Euro gesunken (Vorjahr: 296 Millionen Euro). Die bereinigte EBIT-Marge beläuft sich damit auf 7,8 Prozent (Vorjahr: 8,7 Prozent). Das berichtete EBIT hat sich auf 230 Millionen Euro reduziert (Vorjahr: 537 Mio. Euro). Zurückzuführen ist dieser starke Rückgang vor allem auf die außerordentlichen Erträge aus der Veräußerung des Großhandelsgeschäftes im Vorjahr. Die berichtete EBIT-Marge liegt somit bei 7,0 Prozent (Vorjahr: 15,1 Prozent).

„Angesichts des herausfordernden Marktumfelds sind unser Umsatz und Ergebnis im ersten Halbjahr wie erwartet zurückgegangen. Dennoch haben wir uns erneut besser entwickelt als der Markt, was für die Attraktivität unserer Produkte und Stärke des HELLA Geschäftsmodells spricht. Daher sind wir mit unserer Geschäftsentwicklung insgesamt zufrieden“, sagte Dr. Rolf Breidenbach, Vorsitzender der HELLA Geschäftsführung.

Rückgang der globalen Fahrzeugproduktion wirkt sich auf Automotivegeschäft aus

Der berichtete Umsatz im Automotive-Segment reduzierte sich im ersten Geschäftshalbjahr um 1,6 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro (Vorjahr: 2,9 Milliarden Euro). Ursächlich hierfür war vor allem die weltweit nachlassende Fahrzeugproduktion, die im Halbjahreszeitraum um 6,1 Prozent zurückgegangen ist. Dass sich HELLA von der allgemeinen Marktentwicklung absetzen konnte, ist primär auf die hohe Nachfrage nach Elektronikprodukten, insbesondere im Bereich Energiemanagement und Sensoren, sowie auf eine starke Geschäftsentwicklung im amerikanischen Markt zurückzuführen. Infolge des vergleichsweise geringeren Geschäftsvolumens sowie weiterhin hoher Investitionen in Forschung und Entwicklung hat sich das EBIT des Segments auf 213 Millionen Euro reduziert (Vorjahr: 244 Millionen Euro). Die EBIT-Marge beläuft sich somit auf 7,6 Prozent (Vorjahr: 8,5 Prozent).

Aftermarket mit verbesserter Profitabilität

Der berichtete Umsatz des Aftermarket-Segments ist in der ersten Geschäftsjahreshälfte um 3,8 Prozent auf 323 Millionen Euro zurückgegangen (Vorjahr: 336 Millionen Euro). Insbesondere in Südwesteuropa sowie im Mittleren Osten war die Nachfrage nach Ersatzteilen deutlich geringer. Zugleich war das Geschäft mit Werkstattprodukten gegenüber dem Vorjahr, das im Zuge neuer regulatorischer Anforderungen durch eine außerordentlich hohe Produktnachfrage geprägt gewesen ist, rückläufig. Die Profitabilität des Segments hat sich infolge von Kostenoptimierungen und Produktmixeffekten mit einem EBIT-Anstieg um 14,2 Prozent auf 29 Millionen Euro deutlich verbessert (Vorjahr: 25 Millionen Euro). Die EBIT-Marge des Segments liegt damit bei 9,0 Prozent (Vorjahr: 7,6 Prozent).

Segment Special Applications durch Schwäche einzelner Kundenmärkte beeinträchtigt

Im Segment Special Applications ist der berichtete Umsatz im Halbjahreszeitraum insbesondere aufgrund der Marktschwäche im Geschäft für Land- und Baumaschinen sowie für Busse und Trailer um 10,2 Prozent auf 183 Millionen Euro zurückgegangen (Vorjahr: 204 Millionen Euro). Aufgrund des niedrigeren Umsatzes, Produktmixeffekten sowie gestiegener Investitionen in neue Produkte ist das EBIT des Segments auf 18 Millionen Euro gesunken (Vorjahr: 27 Millionen Euro). Die EBIT-Marge beläuft sich somit auf 9,7 Prozent (Vorjahr: 13,3 Prozent).

Unternehmensausblick für das laufende Geschäftsjahr bestätigt

Nach dem ersten Halbjahr bestätigt HELLA die Prognose für das vollständige Geschäftsjahr 2019/2020. „Das Marktumfeld bleibt weiterhin sehr herausfordernd. Mit einer nachhaltigen Erholung ist in 2020 nicht zu rechnen“, sagte Dr. Rolf Breidenbach. „Dennoch bekräftigen wir unsere Jahresziele. Wir werden die Phase der aktuellen Marktschwäche konsequent nutzen, um unsere Wettbewerbsfähigkeit weiter zu stärken und unvermindert in innovative Lösungen für die großen Trendthemen Elektrifizierung und Autonomes Fahren zu investieren.“ So erwartet HELLA für das laufende Geschäftsjahr einen währungs- und portfoliobereinigten Konzernumsatz von rund 6,5 Milliarden Euro bis 7,0 Milliarden Euro sowie eine um Restrukturierungsmaßnahmen und Portfolioeffekte bereinigte EBIT-Marge zwischen rund 6,5 bis 7,5 Prozent.

(Hella)

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