Gold steigt und steigt… neue Kurstheorie beflügelt weitere Kurserwartungen

Gold steigt und steigt... neue Kurstheorie beflügelt weitere Kurserwartungen
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Das Denver Gold Forum 2019, welches dieser Tage stattfindet, bietet der (glücklichen) Goldindustrie eine ideale Plattform zur Verbreitung ihrer euphorischen Stimmung für das gelbe Metall. Und die Goldgurus sehen sich in ihrem Optimismus bestärkt, gehen doch die Goldanalysten von einem weiteren Kurspotenzial von +50 Prozent für das Edelmetall aus (ohne jedoch einen Zeitraum für ihre Kursprognose zu nennen). Sowohl Gross-, als auch Kleinanleger sehen im Gold, die grosse Chance, der Bestrafung durch Banken für ihre Sparguthaben in Form von Negativzinsen zu entkommen. Die Stimmung zugunsten des Godes hat bereits im Sommer 2018 gekippt und überzeugt immer mehr Kleinanleger.

Investoren setzen vermehrt auf physisches Gold

Anders als bei früheren Kurs-Strohfeuern erwerben immer mehr Investoren physisches Gold, wie Goldbarren und Münzen. Die aktuelle Goldhausse wird auf diese Weise fundamental unterstützt. Anders als beim Horten von Geldscheinen unter dem Kopfkissen, hoffen die Anleger auf eine Wertvermehrung beim Edelmetall. Seit Jahresbeginn stieg die Unze um +18,7 Prozent (auf USD 1.521,34). Die Kursentwicklung liegt leicht der DAX-Performance (+18,1 Prozent) und marginal unter dem Anstieg des US S&P 500 von +19,4 Prozent.

Negativzinsen, ein Grund der Goldhausse

Die Tiefzinspolitik der Notenbanken wichtiger Industrieländer führt zum masslosem Schuldenaufbau von Regierungen und Unternehmen gleichermassen. Die Wachstumserwartungen der Betriebe zwingt diese zu ungebremster Kapitalaufnahme. Da die Aufnahme von Fremdkapital gar noch (durch Negativzinsen) belohnt wird, verschlechtert sich das Fremd-/Eigenkapital-Verhältnis zusehends und mit ihm die Bonität der Unternehmen. Zweifel an der Fähigkeit des Schuldenabbaus durch die öffentliche Hand und der Wirtschaft brachte dem Gold eine wahre Renaissance.

Schwacher Einkaufsmanagerindex (EMI) der Eurozone spricht für Gold

Mit einem Wert von 50,4 für den September lag der EMI des für das verarbeitende Gewerbe und das nicht-verarbeitende Gewerbes weit unter der Prognose von 51,9 (Vormonat 51,9). Dieser Index zeigt den Grad dieser Unternehmen bezüglich der künftigen Geschäftsentwicklung in der Eurozone. Weitaus tiefer liegt der Einkaufsmanagerindex der Industrie. Der Indexstand von 45,6 entspricht einem 83-monats Tief (August 47,0) bei einem Prognosewert von 47,3. Obwohl von der Politik vehement verneint, scheint der tiefe Vertrauensbonus in das Wachstum durch die Einkaufsmanager auf eine mögliche Rezession oder Deflation hinzuweisen. Ein klassisches Gold-Pro.

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Radovan Milanovic

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