Gesundheitsausgaben: Steigende Löhne führen zu höheren Gesundheitsausgaben

Die Gesundheitsausgaben wachsen in der Schweiz 2019 um 3.6%

Gesundheitsausgaben: Steigende Löhne führen zu höheren Gesundheitsausgaben
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und damit etwas kräftiger als in den beiden Jahren davor. Verantwortlich dafür sind unter anderem die wieder leicht steigenden Löhne und der wachsende Anteil der älteren Bevölkerung. 2020 und 2021 dürften die Gesundheitsausgaben um 3.3% und 3.6% zunehmen. Das sind die Ergebnisse der halbjährlichen KOF Gesundheitsausgabenprognose, die sie mit einem Forschungsbeitrag von comparis.ch erstellt hat.

Die KOF rechnet im Jahr 2019 mit einer Zunahme der Gesundheitsausgaben um 3.6%. Sie belässt die Prognose damit nahezu unverändert gegenüber der Schätzung vom Frühjahr (3.7%). Im Jahr 2017 stiegen die Gesundheitsausgaben gemäss den definitiven Zahlen um 2.9%, 2018 dürfte das Plus 2.7% betragen haben.

Die Wachstumsrate zieht im laufenden Jahr also leicht an. Dies ist unter anderem auf die nominellen Löhne, die 2019 wieder etwas stärker zunehmen dürften, und auf den Abbau eines Fakturierungsrückstandes zurückzuführen. Zudem wird erwartet, dass die Bevölkerungskohorten mit hohem Lebensalter kräftiger wachsen werden als im Vorjahr. Hingegen sollten die wirksam werdenden politischen Massnahmen das Ausgabenwachstum eindämmen.

Im Jahr 2020 wird sich die Wachstumsrate der Gesundheitsausgaben leicht verringern und bei 3.3% liegen. 2021 rechnet die KOF mit einem Plus der Ausgaben von 3.6%. In diesem Jahr dürfte das Wachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP) gemäss der KOF Konjunkturprognose vom Oktober 2019 wieder höher ausfallen. Auch die Zunahme der Zahl an älteren Personen wird sich erneut beschleunigen.

Das vergleichsweise dennoch geringe Wachstum des nominellen BIP ab 2019 lässt die Gesundheitsausgaben im Verhältnis zum BIP weiter zunehmen. Die Gesundheitsausgabenquote steigt von 12.4% im Jahr 2017 auf 12.9% im Jahr 2021.

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Insgesamt dürften sich die Kosten in den ambulanten Kategorien in den kommenden Jahren stärker entwickeln als in den stationären Bereichen. Da die Zahl pflegebedürftiger Menschen weiter steigen wird, ist anzunehmen, dass die Kategorie «Langzeitpflege» auch künftig expandiert. Die Ausgaben im Bereich «Unterstützende Dienstleistungen» dürften ebenfalls weiterhin kräftig ansteigen. Bei den Finanzierungsregimes expandiert die «Obligatorische Krankenversicherung» relativ stark.

Volkswirtschaftliche Bedeutung des Gesundheitssektors

281’590 Personen waren 2017 im Gesundheitswesen tätig (gerechnet in Vollzeitäquivalenten). Ihr Anteil an der Gesamtbeschäftigung lag bei 7.3% (1992: 4.8%). Der Anteil des Gesundheitswesens an der gesamten Wertschöpfung erhöhte sich 2017 weiter auf 7.3% (1997: 3.9%).

(KOF, ETH Zürich)

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