Arme, reiche Schweiz, Zweitjobs immer notwendiger

Der Trend, dass das Einkommen einer Arbeit nicht mehr zum Lebensunterhalt reichen ist längst von den USA auf Europa übergeschwappt. Das US. Census Bureau (US. Volkszählungsamt) veröffentlichte soeben seinen neuesten Bericht über die Arbeitsmarktlage, basierend auf 2017. Demzufolge beschäftigte die US-Wirtschaft Ende 2017 145 Mio. Arbeitnehmer. Trotz der guten Wirtschaftslage unter der neuen Regierung führen rund 13 Mio. Arbeitnehmer, also 9,0 Prozent (2013: 8,3 Prozent), mehr als einen Job aus, um über die Runden zu kommen. Die Anzahl derer, welche mehr als zwei Jobs innehaben, blieb mit 6,9 Prozent unverändert.

Persönliche Finanzlage der Schweizer verschlechtert sich

Wie das schweizerische Bundesamt für Statistik (BfS) meldete, verschlechtert sich die Stimmung der Schweizer Konsumenten. Die gedämpfte Stimmung soll auf die Budgetsituation der Haushalte zurückzuführen sein. Sowohl die vergangene (-13 Punkte), als auch die erwartete finanzielle Situation mit -8 Punkten sind alles andere als ermutigend. Die neuesten Beschäftigungsdaten der BfS liefern denn auch die Begründung für diese Entwicklung.

Wohl weist die Lohnstatistik zwischen 2010 – 2018 einen Anstieg der Reallöhne um +6,3 Prozent aus. Doch immer mehr Arbeitsverträge im Einzelhandel und der Gastronomie sehen statt Vollzeit-, Teilzeitstellen vor. Wegen steigender Nachfrage nach Jobs für die keine qualifizierte Ausbildung notwendig ist, bleiben solche Lohnkosten für solche Stellen gedrückt und liegen zumeist weit unterhalb des Existenzminimums. Die Folge: Immer mehr Bürger benötigen mehrere Jobs um ihren Verpflichtungen nachzukommen.

Die Statistik bestätigt den Trend – Zweitjobs immer häufiger

Wie das Bundesamt für Statistik meldete, gaben 2018 insgesamt 354 000 Erwerbstätige in der Schweiz (ohne Lehrlinge) an, mehr als einer Beschäftigung nachzugehen. Dies entspricht 7,9 Prozent aller Erwerbstätigen. Wobei Arbeitnehmerinnen ihre Berufstätigkeit häufiger Arbeitnehmer ihre Erwerbstätigkeit auf mehrere Stellen aufteilen: 10,5 Prozent der erwerbstätigen Frauen stehen 5,7 Prozent der erwerbstätigen Männern gegenüber. Das BfS stellte dabei fest, dass der Anteil der Mehrfacherwerbstätigen in den vergangenen drei Jahrzehnten stark zugenommen habe. Nämlich von 4,1 Prozent in 1991 auf 7,9 Prozent in 2018 (also 27 Jahre später).

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Text: Radovan Milanovic

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